MARKET STRUCTURE LAYER
Wer handelt
mit wem?
Die Oberfläche kann identisch aussehen. Wirtschaftlich entscheidend ist, ob Nutzer miteinander handeln, gegen den Anbieter, gegen einen Pool oder über einen Intermediär.
Technik, Regelwerk, Zulassung, Matching, Daten, Settlement-Prozess und Surveillance – grundsätzlich keine wirtschaftliche Gegenposition.
Neutrale Preisbildung aus konkurrierenden Erwartungen; Interessen des Betreibers müssen nicht mit Verlusten der Nutzer korrespondieren.
Liquidität kann dünn sein; Marktqualität benötigt Anreize, Limits und Überwachung.
01 / PEER-TO-PEER EXCHANGE
Der Handelsplatz organisiert.
Er wettet nicht gegen den Nutzer.
Im idealtypischen P2P-Modell führt die Plattform kompatible Kauf- und Verkaufsinteressen nach vorab veröffentlichten Regeln zusammen. Sie stellt Infrastruktur und Marktordnung bereit, ohne systematisch die Gegenposition zu übernehmen.
02 / ACCESS NATURE
Zugang ist mehr
als Registrierung.
Public Data
Preise, Wahrscheinlichkeiten, Orderbuch oder Forschungsdaten lesen – keine Position.
Virtual Member
Nicht-monetäre Opinions mit virtuellen Punkten; kein vermögenswerter Rücktausch.
Exchange Member
Eigene Orders gelangen direkt in das multilaterale Matching.
Broker Access
Zugang und Orderweiterleitung über ein zugelassenes Intermediärmodell.
Institutional / API
Kontrollierter Zugang mit Limits, Reporting und technischer Schnittstelle.
03 / MARKET MAKER MODEL
Liquidität kann einen
Interessenkonflikt verdecken.
Ein Market Maker ist nicht per se unzulässig oder unfair. Kritisch wird die Konstruktion, wenn Gegenpartei, Preissteller, Ausführungsentscheider, Ablaufbestimmer und Beschwerdeinstanz zusammenfallen.
Verluste der Nutzer können unmittelbar Ertrag des Anbieters sein.
Quote, Spread und Fair Value sind ohne Referenzmarkt schwer überprüfbar.
Der Anbieter entscheidet, ob und zu welchem Preis vorzeitig geschlossen werden kann.
Der Anbieter sieht aggregierte Kundenpositionen und kontrolliert wesentliche Produktdaten.
Ausführung kann gerade in kritischen Situationen eingeschränkt werden.
Umsatz steigt häufig mit Frequenz, kurzer Laufzeit und wiederholtem Einsatz.
04 / TRADING SURVEILLANCE
Technischer Betrieb und Überwachung müssen zusammenwirken – aber kontrollierbar getrennt bleiben.
Eine Surveillance-Funktion beobachtet Orderverhalten, Preisbildung, Positionskonzentration, mögliche Absprachen, Insiderindikatoren und ungewöhnliche Aktivitäten. Sie benötigt Zugriff auf vollständige Order- und Ereignisdaten sowie dokumentierte Eskalationsrechte.
HÜSt im gesetzlichen Sinn
Nach § 7 BörsG ist die Handelsüberwachungsstelle ein Organ der Börse und überwacht Börsenhandel sowie Börsengeschäftsabwicklung. Der Begriff setzt diesen institutionellen Kontext voraus.
§ 7 BörsG öffnenSurveillance Equivalent
Außerhalb einer Börse kann eine Plattform funktional vergleichbare Kontrollen aufbauen. Sie sollte diese jedoch nicht als gesetzliche HÜSt darstellen, solange Status, Unabhängigkeit und Rechtsrahmen nicht bestehen.
Three Lines of Control
Matching Engine und operative Überwachung; unabhängige Compliance/Risk-Funktion; externe Prüfung und zuständige Aufsicht im jeweils anwendbaren Regime.
SWARMALPHA MARKET DESIGN THESIS
Neutralität ist kein Claim.
Sie ist eine Architekturentscheidung.
Peer-to-Peer Matching, transparente Prioritätsregeln, nachvollziehbare Gebühren, kein verborgenes House Exposure, unabhängige Determination und auditierbare Surveillance bilden gemeinsam das Zielbild. Die rechtliche Einordnung und erforderliche Erlaubnis folgen dennoch aus dem konkreten Produkt und Betriebsmodell.